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Aktualisierung: Hadith: Ali (as) der Beste der Menschheit


بسم الله الرحمان الرحيم

صلى الله عليه وآله وصحبه وسلم

Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Frieden und Segen auf seinem Propheten, der Familie und den Gefährten


Auf den Beitrag Hadith: Ali (as) der Beste der Menschheit wurden von der Website einige Antworten aktualisiert, ohne diese leider bekannt zu machen. Allerdings sind wir auf die Aktualisierung des Beitrags gestoßen und haben die neuen Einwände zu beantworten versucht. Da dies aber mit dem Hin- und Her zeitlich für uns nicht möglich ist und zudem große Lücken in den Grundlagen unserer Widersacher zu entdecken gab, haben wir uns entschieden eine ausführliche Antwort zu verfassen. Die bisherige Antwort die als PDF-Datei zum Download angeboten wurde, wurde recht ausführlich überarbeitet, korrigiert und anschaulich dargestellt.

Hier ist nun die Antwort als PDF-Datei zu downloaden: Analyse des Hadith Endausarbeitung


Da die Analyse eine relativ allgemeine Gestalt erhalten hat, möchten wir speziell an dieser Stelle auf einige neue Punkte und Einwände der Autoren aus der al-haq-Website eingehen.

Nachdem wir in unserem letzten Beitrag verdeutlichten, dass Al-Amash ein Überlieferer ist, der Tadlis betreibt, räumen die Autoren nun ein, dass dies der Tatsache entsprechen könne. Diese Einsicht wäre ein guter Schritt, wenn nicht die anschließende Versuche einer Relativierung folgen würden. Die Autoren schreiben:

Er mag ein „Mudallis“ (einer der Tadlis betreibt) sein. Jedoch trifft dies hier nicht zu. Es gibt zwei Arten von Tadlis, die Erste ist nicht den vollen Namen des Überlieferer zu nennen, diese Art ist nicht schlimm, und die Überlieferung wird aus Sahih eingestuft.

Soweit wäre die Aussage im Großen und Ganzen zu azeptieren. Der Knackpunkt folgt in der Erklärung der zweiten Art des Tadlis.

Die zweite Art ist, wenn der Überlieferer von jemanden Überliefert den er niemals traf. Und diese Art ist schädlich, und die Überlieferung wird als schwach eingestuft. Um zu wissen ob die zweite Art zutrifft oder nicht, ist es ganz einfach. Man schaut von wem Amash überliefert, dann schaut mal im Buch „Tahdhib al-Kamal“, oder in anderen Rijal Büchern nach, ob der Name als einer der Lehrer von Amash aufgelistet wurde oder nicht, oder man überprüft das Sterbedatum des Überlieferer und das Geburtsjahr von Amash. Wenn sie im selben Zeitraum lebten, dann ist die Kette in Ordnung, und „tadlis“ trift nicht zu.

Dieser Absatz ist auf vielen Ebenen verstörend und lässt uns im Glauben zurück, dass eine Antwort von Anfang an nicht sinnvoll war. Es ist weniger tragisch, dass mit Definitionen und Begrifflichkeiten hantiert wird, wie selbst ein Schüler der 1.Klasse nicht mit umgehen würde. Viel bedrückender ist die Verantwortungslosigkeit mit der die Autoren dies ihren Lesern zu verkaufen versuchen.

Das erste Problem liegt in der Definition des Tadlis, denn mit nichten ist der Tadlis so wie es beschrieben wurde. Der Tadlis den der Autor hier anspricht ist der sogenannte Tadlis al-Sanad und dieser ist nicht aufgehoben wenn man mal schnell die Geburts und Sterbejahre vergleicht!

Die tatsächliche Definition eines Tdlis lautet folgendermaßen:

Ibn Uthaymin schreibt zum Tadlis:

»Definition:

Es ist ein Hadith in dem ein Überlieferer in seinem Isnad, den Sanad[1] kürzer aussehen lässt und näher zum Propheten, Frieden und Segen auf ihn, während es tatsächlich länger ist (sprich: der Überlieferer verdeckt die Identität oder lässt einen oder zwei Überlieferer in der Überlieferungskette aus). Überlieferer die bekannt für Tadlis sind, schließen Hassan Al-Basri, Sulayman Al-Amash, Möge Allah sich ihrer erbarmen, ein.«[2]

Ibn Salah hat Tadlis in zwei Kategorien eingeteilt, wovon die Erste hier von Bedeutung ist.

  • Tadlis as-Sanad
  • Tadlis ash-Shuyukh

»Tadlis as-Sanad: Es ist eine Überlieferungskette, worin ein Überlieferer von seinem Lehrer berichtet (den er traf) oder seinen Zeitgenossen (die er nicht traf), was er nicht von ihnen hörte, aber einen Wortlaut verwendet, welche den Eindruck vermitteln, dass der Überlieferer direkt von einem der beiden hörte.«[3]

Al-Iraqi fügte zu den beiden Kategorien Ibn Salahs eine weitere Kategorie hinzu:

»Tadlis at-Taswiyyah: Das ist eine Überlieferungskette, worin ein schwacher Überlieferer zwischen zwei vertrauenswürdigen Überlieferern ist. So lassen die Überlieferer der Überlieferungskette den schwachen Zwischenüberlieferer aus und hinterlassen damit, eine dem äußeren Anschein nach nur aus zuverlässigen Überlieferer bestehende Überlieferungskette.«[4]

In Einführung in die Hadithwissenschaften steht:

»Tadlis al-Isnad bedeutet, dass ein Überlieferer angibt, einen Hadith von einem Schaikh[5] überliefert zu haben, von dem er andere Hadithe überliefert hat, obwohl er diesen Hadith nicht direkt von ihm, sondern über einen anderen seiner Schaikhs überliefert hat. Er verwendet hierbei jedoch einen Wortlaut der doppeldeutig ist, wie z. B. „er hat gesagt“ oder „von“, um nicht als Lügner eingestuft zu werden. «[6]

Das zweite Problem liegt in der Unterscheidung zwischen Tadlis und Mursal, denn es gibt einen kleinen, aber feinen Unterrschied zwischen einem Tadlis und Mursal, auch Mursal-Khafi genannt. Die Definition lautet:

Stellt sich allerdings bei einem Tadlis heraus, dass beide Überlieferer zwar Zeitgenossen waren, aber nie von einander etwas gehört und überliefert haben, so ist der Bericht Mursal (bzw. Mursal Khafi), d.h. die Überlieferungskette ist gebrochen, da ein Überlieferer fehlt.

»Mursal Khafee: Fachspezifisch: Ein Überlieferer der von jemanden berichtet, den er traf oder welcher zur selben Zeit lebte, was er nicht direkt von ihm hörte und dabei ein Wortlaut verwendet, dass sowohl ein direktes hören als auch ein indirektes hören impliziert, sowie [der Wortlaut] “qaala“ (er sagte).«[7]

Unterschied zwischen Mudallas und Mursal Khafi:

»Beide haben einen Überlieferer der etwas von einem Lehrer berichtet, von dem er es nicht hörte. Er verwendet hierbei ein Wortlaut, der sowohl ein direktes hören impliziert als auch den Mangel dessen. Allerding hörte der Mudallis [Überlieferer des Mudallas-Berichts (d.h. Überlieferer der Tadlis betreibt)] andere Überlieferungen von dem Lehrer, als die, worin er Tadlis betreibt. Was den Mursil [Überlieferer eines Mursal-Berichts] angeht, so hat er [der Überlieferer] nichts von dem Lehrer gehört, aber er lebte zur selben Zeit und es mag sein,

dass er ihn traf.« [8]

Wir halten also fest:

  • Tadlis Al-Isnad ist, von jemanden zu überliefern, den man nicht namentlich

bekannt gibt und verdeckt.

  • Es wird ein mehrdeutiger Wortlaut wie “von“ oder “er hat gesagt“ verwendet.
  • Der dabei entstehende Eindruck soll dem Betrachter vermitteln, dass der Überlieferer den Bericht von einem seiner Lehrer oder einem Zeitgenossen überliefert, was aber nicht der Fall ist.
  • Ein Mursal enthält kein tadlis, aber ein tadlis kann einen (versteckten) irsal

Damit dürfte einigermaßen Klarheit geschaffen sein und um die Leser nicht zu verwirren belassen wir dies dabei. Der Autor fügt gegen Ende des Beitrags einige weitere Überlieferungen hinzu, die allesamt ausführlich in der PDF behandelt wurden.

Ein weiterer Abschnitt, dass ebenso falsch war, ist der Versuch die Überlieferungen zumindest die Überlieferung auf die Stufe des Hassan li ghairihi aufzustufen, d.h. dass die Überlieferung aufgrund der vielen Überlieferungsketten akzeptiert werden kann. Der Autor schreibt:

Viele Wissen es nicht jedoch eine so hohe Anzahl von Überlieferungsketten, wie allein 79 Ketten aus einem Buch (Nawader alathar, von Sheikh Ja’far al-Qummi), plus alle anderen Überlieferungsketten aus allen anderen Bücher der Schiiten und Sunniten, und auch wenn sie alle schwach sein mögen. Macht diese Überlieferung nicht erfunden, und nicht nicht-authentisch. Mit dem Beispiel aus dem Buch Nawadir al-Athar, macht allein 79 Ketten zu einem Hadith die Überlieferung authentisch.

Lesen wir gemeinsam in „Sharh al-Mandhoma al-Bayqunia“ von Salafi Scheikh ibn Uthaimin, auf Seite 46
وأما الحسن لغيره: فهو الضعيف إذا تعددت طرقه، على وجه يجبر بعضها بعضاً، فإنه يكون حسناً لغيره، لماذا؟
لأننا لو نظرنا إلى كل إسناد على انفراده لم يصل إلى درجة الحسن، لكن باجتماع بعضها إلى بعض صار حسناً.
أما الضعيف فهو: ما ليس بصحيح ولا حسن.
وجميع هذه الأقسام مقبولة ما عدا الضعيف، وكلها حُجة ما عدا الضعيف.

Hasan leghayreh: Wenn daif (schwache) Überlieferung unzählige Ketten hat, die einander sich stützen, dann wird dies als Hasan legheyreh bezeichnet, wieso? Denn wenn wir jede einzelne Kette allein überprüfen, würde es nicht als Hasan bezeichnet, wenn wir jeder alle zusammentragen wird es zu hasan.
Die daif (schwache Überlieferung): Sie ist weder Sahih noch Hasan.
All diese Arten sind Akzeptabel, außer die daif, und alle sind authentisch (ein beweis) außer die daif (Überlieferung).

Ab Seite 49 bis einschließlich der Seite 51 wird dieses Scheinargument relativ ausführlich beantwortet!

Eine Kleinigkeit, die uns zum schmunzeln brachte, ist zwar in einem anderen Beitrag der selben Website, jedoch relevant für diesen Beitrag. Und zwar schreibt in einem der Beiträge gegen Ibn Taymiyyah, worin er als Lügner dargestellt werden soll folgendes:

Imam Ahmad ibn Hanbal zeichnete in seinen Buch „Fadhail al-Sahaba“ , im Band 2, auf der Seite 639 auf, Hadith Nummer 1086:

حدثنا الهيثم بن خلف قثنا عبد الملك بن عبد ربه أبو إسحاق الطائي ، نا معاوية بن عمار ، عن أبي الزبير قال : قلت لجابر : كيف كان علي فيكم ؟ قال : ذلك من خير البشر ، ما كنا نعرف المنافقين إلا ببغضهم إياه .

Abi al-Zubair sagte: ‘Ich fragte Jabir: ‘Wie war Ali’s Status unter euch?’ Er antwortete: ‘Er war unter den Besten Geschöpfen; wie erkannten Heuchler durch ihren Hass gegen ihn.“

-Der Salafi Gelehrte Dr. Wasiullah bin Muhammad Abbas stufte die Überlieferung als Hasan ein, auf dem Rande seines Buches ‚Fadhail al-Sahaba‘, das veröffentlicht wurde von der zweitgrößten Salafi/Wahabi Universität, die Universität Umm Al-Qura in Makkha.

 

Diese Stelle mögen die Autoren doch zeigen! Wir sind gespannt auf die Recherche der Autoren der Website. Wo genau soll Dr. Wasiullah dies geschrieben haben ?

 

 


[1] Sanad, Isnad: Überlieferungskette

[2] Mustalah Al-Hadeeth von Ibn Uthaymin, Seite 13

[3] At-Taqyid wa Al-Idah Sharh Muqaddimah Ibn as-Salah entnommen aus: Mustalah Al-Hadeeth, Seite 13

[4] At-Taqyid wa Al-Idah Sharh Muqaddimah ibn as-Salah entnommen aus: Mustalah Al-Hadeeth, Seite 14

[5] Schaikh = Lehrer

[6] Einführung in die Hadithwissenschaften, Seite 134 – 135

[7] Mustalah Al-Hadeeth von Ali Jumah, Seite 27, übertragen ins englische von Abu Shaybah

[8] Mustalah Al-Hadeeth von Ali Jumah, Seite 26, übertragen ins englische von Abu Shaybah

 

الحمد لله ربّ العالمين

Alles Lob gebührt Allah dem Erhabenen und Frieden und Segen seien auf seinem Propheten und seiner Familie, den Gefährten und allen die ihnen bis zum Jüngsten Tag folgen

übertragen aus dem Englischen und ergänzt von: zichan.
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2 Kommentare zu “Aktualisierung: Hadith: Ali (as) der Beste der Menschheit

  1. Dann müsste man Abu Huraira ebenfalls als Dhaif einstufen, denn in Sahih Bukhary gibt es ein schönes Hadith, in dem Abu Huraira auf Nachfrage zugab, es sei aus seiner eigenen Tasche! Wortlaut Abu Huraira: er Prophet sasa sagte …“. Allerdings gab er damit zu, dass der Prophet sas dies NIEALS sagte!

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