Vorwort


Vorwort

Im Namen Allahs, des Allerbarmers des Barmherzigen

Alles Lob gebührt Allah, Lobgepriesen und Erhaben ist Er. Ihn loben wir und Ihn ersuchen wir um Hilfe und Ihn bitten wir um Vergebung. Wir suchen Zuflucht bei Allah, vor dem Übel in uns und vor den verfluchten Teufel. Wen auch immer er rechtleitet, kann keine Kraft und Macht in die Irre führen und wen auch immer er in die Irre gehen lässt, so kann ihn keine Kraft und Macht rechtleiten. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, außer Allah und dass er keine Partner hat, mit denen er seine Macht und Eigenschaften teilt und ich bezeuge, dass Muhammad sein erlesener Diener und Gesandter ist.

O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah und sprecht aufrichtige Worte; auf daß Er eure Taten segensreich fördere und euch eure Sünden vergebe. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, der hat gewiß einen gewaltigen Gewinn erlangt. [33:70-71]

In der deutschen Literaturlandschaft kursiert seit einiger Zeit, die Übersetzung eines Werks, welches sich als klassische und authentische Überliefererkritik versteht. Es geht um das in die deutsche Sprache übertragenes Werk Abu Hurairah Ursachen und Wirkung seiner Überlieferung von Abdul-Hussein Sharafudin Al-Musawi. Die Übersetzer des Werks schreiben in ihrem Vorwort „Mit großer Dankbarkeit wird hier eine sachliche und auf nachprüfbaren Quellen aufgebaute Untersuchung des Lebens Abu Hurairas vorgelegt[1]. An einer anderen Stelle im Vorwort heißt es „Die Herausgeber und Übersetzer des Buches sind zuversichtlich, dass dieses Buch den Lesern hilft, eine ausgewogene Meinung über den Überlieferer Abu Huraira zu gewinnen[2] Weiter sagt er auch an einer anderen Stelle: „[…]setzt den Lesern ein unvoreingenommenes Bild vor

Diese Aussagen zu Beginn enthüllen sich natürlich nur als Polemiken in gut verpackter Rhetorik seitens der Übersetzer, da die Überliefererkritik Al-Musawis stets hinter seinem schiitischen Glaubenshintergrund zu betrachten ist, welcher fern jeglicher Objektivität ist. In diesem Sinne schreibt G.H.A. Juynboll in seinem Werk: „Es muss Eingestanden werden, dass die Angriffe auf seine Person durch zeitgenössische Autoren, gewiss sehr heftig sind. Der erste dieser Autoren war ein libanesischer Shiite, Abd Al-Hussein Sharaf ad-Din. Er schrieb ein Werk mit dem Titel Abu Huraira; in diesem Buch entblößt er ein rein shiitisches Urteil über den Gefährten, welches uns allerdings hier nicht beschäftigen wird.“ Wie sunnitische Gelehrte die “sachliche“ Überliefererkritik Al-Musawis beurteilen, wird in den folgenden Kapiteln verdeutlicht werden. Allerdings beurteilen selbst westliche Wissenschaftler die überzogene, ja der Realität entfremdeten Kritik Al-Musawis als parteiisch. So stellt Juynboll klar, warum die Überliefererkritik Al-Musawis für eine sachliche und wissenschaftliche Abhandlung nicht infrage kommt „Shiitische Angriffe auf die Gefährten sind zahlreich und Abu Hurairah ist jener unter ihnen, der am Meisten darunter litt.[3]

Ein weiterer Aspekt, welcher im Vorwort unsere Aufmerksamkeit auf sich zog ist die folgende Textstelle auf der Seite 6 „Wie der Leser beim Studieren seines Buches zweifelsohne feststellen wird, hat der Autor umfassende Kenntnisse der existierenden islamischen Literatur, angefangen beim Heiligen Qur´an bis hin zu allen bekannten Hadith Sammlungen, die als Sahihs oder Musnads (Sahiha oder Musnada) bezeichnet werden, u.v.a.m.; der Autor kennt die Kommentare zu den Sahihs und Musnads. Er kennt die Bücher über Hadithe; er kennt die Biographien zu großen Persönlichkeiten des Islam, die Lebensläufe und Charaktere der Überlieferer von Hadithen usw

Obwohl Al-Musawi eine eingelesene Person sein soll, wie die Übersetzer es behaupten, will jedem aufmerksamen Leser die Frage nicht aus dem Kopf, ob Al-Musawi ein geschickter Lügner oder eben doch keine eingelesene Person ist, sowie es die Übersetzer behaupten. Jedenfalls werden wir, so Allah es möchte, auf viele Aspekte eingehen und am Ende wird der aufmerksame Leser mit einem Sinn für Gerechtigkeit die Kritik an Abu Hurairah im vollen Umfang verwerfen und Al-Musawi für seine überzogene und schlicht unverhältnismäßige Kritik belangen.

Auf die Kritik von Al-Musawi oder Abu Rayya und andere Kritiker (z.B.Tijani) haben viele moderne, sowie klassische Gelehrte bereits geantwortet. Die Werke sind hauptsächlich in der arabischen Sprache vorhanden. Allerdings gibt es seit einigen Jahren auch englische Literatur bezüglich Abu Hurairah. Eine kurze Literaturliste ausgewählter Werke soll die spezifische Besonderheiten dieser verdeutlichen.

  1. Mit Abstand eines der bekanntesten Werke ist von Abdul Munim Salih al-Ali al-Izzi Difa an Abi Hurairah:

Die Besonderheit des Werks liegt darin, dass der Autor seinen Fokus auf Abu Hurairah als Überlieferer setzt und ihn als solchen zu verteidigen versucht. Dabei geht er auf verschiedene Aspekte aus den sunnitischen, aber auch aus shiitischen Bücher ein, die insbesondere die Vertrauenswürdigkeit Abu Hurairahs belegen sollen.

  1. Dr. Mustafa as-Sibais Werk The Sunnah and its role in the Islamic Legislation (aus dem Arab. übertragen):

As-Sibai versucht, sowie einige seiner Zeitgenossen, Hadith in seiner Gesamtheit zu verteidigen. Dabei geht er auch teilweise auf die Kritik gegen Abu Hurairah als Überlieferer ein.

  1. Die Ph.D.-Thesis von Usman Ghani mit dem Titel Abu Hurayrah A Narrator of Hadith revisited:

Ghani knüpft als zeitgenössischer Gelehrte an einigen Lücken der bisher geschriebenen Werke zum Thema Abu Hurairah an, sowie den Aspekt der unterstützenden Überlieferungen für die Berichte von Abu Hurairah. Darüber hinaus diskutiert und bewertet er die Kritik der klassischen und modernen Abu Hurairah-Kritiker.

  1. Spezifisch auf die Kritik an die Überlieferungen von Abu Hurairah durch Al-Musawi und Abu Rayyah geht Abdul-Aziz ibn Ali Al-Nasir in seinem Werk Al-Burhan fi Tabriati Abi Hurairah min al-Buhtan ein:

Der Autor führt zu den 40-Überlieferungen die Al-Musawi kritisiert, unterstützende Berichte, sowie Berichte aus den shiitischen Werken an.

 

Die Liste der Literatur in der Verteidigung Abu Hurairahs ist lang und kann im Literaturhinweis eingesehen werden. In diesem Werk habe ich meinen Fokus auf den oben erwähnten Werken begrenzt. Neben der Übersetzung Sheikh al-Nasirs al-Burhan werden die anderen drei Werke ebenfalls als Ergänzungen herangezogen werden. Da die deutsche Übersetzung des Werks, welches ursprünglich im arabischen verfasst wurde, nur eine verkürzte Form darstellt und entscheidende Textpassagen unübersetzt gelassen hat, dient die deutsche Übersetzung als Vergleich. Die tatsächliche Grundlage wird das arabischen Original sein.

Der Dank gebührt allein Allah, den All-Wissenden, der uns die Erlaubnis für die vorliegende Analyse gab. Wir bitten Allah, den All-Erhabenen, diese Veröffentlichung um Seinetwillen von Nutzen für unsere Leser sein zu lassen und ersuchen Ihn, so wie die Leser, um Verzeihung für etwaige Mängel oder Fehler in diesem Werk!

Zichan bin Abdullah

den, 18. März 2016

9. Jummada Al-Akhirah, 1437


[1] Abu Huraira Ursache und Wirkung seiner Überlieferungen von Al-Musawi, Seite 6

[2] Ibid., Seite 11

[3] The authenticity of the tradition literature von G.H.A. Juynboll, Kapitel 7, Seite 62


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